Zentralkonferenz 2017

Harald RückertMitte März haben Tanja und ich an der Zentralkonferenz teilgenommen, die alle vier Jahre stattfindet, Tanja in ihrer Eigenschaft als Leiterin des Kinderwerks der Zentralkonferenz und ich als einer von acht pastoralen Delegierten der Norddeutschen Jährlichen Konferenz. Wir haben sehr spannende und ereignisreiche Tage in Hamburg erlebt, die natürlich mit viel Arbeit und langen Sitzungszeiten verbunden waren, die aber auch manche deutliche Weiche für unsere Arbeit in ganz Deutschland gestellt haben.

Besonderes Ereignis in diesen Tagen war natürlich die mit Spannung erwartete und im Gebet vorbereitete Wahl des  neuen Bischofs. Im vierten Wahlgang wurde Pastor Harald Rückert gewählt. Der aus Nürnberg stammende Theologe war zuletzt leitender Pastor eines großen Gemeindebezirks der EmK in Reutlingen. Zuvor war er unter anderem zehn Jahre Superintendent. In unterschiedlichen Nebenaufgaben war er darüber hinaus mit Gemeindegründung und mit Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich »Management sozialer Organisationen« befasst sowie in diakonischen und internationalen Gremien der EmK tätig. Sein Theologiestudium absolvierte Rückert in Reutlingen am Theologischen Seminar der EmK, das heute als Theologische Hochschule Reutlingen eine staatlich anerkannte Hochschule ist. Bei der Wahl setzte sich der 58-jährige gegen drei weitere Kandidaten durch und erzielte schließlich die nötige Zweidrittelmehrheit. Aus unserer Zeit in Süddeutschland kennen Tanja und ich den neuen Bischof gut und so blicken wir dankbar und froh gestimmt in die Zukunft unserer Kirche.


Harald Rückert tritt die Nachfolge von Bischöfin Rosemarie Wenner an, die nach ihrer zwölfjährigen Amtszeit im Mai in den Ruhestand tritt. In ihrer letzten Botschaft als aktive Bischöfin ermutigte Wenner die EmK dazu, als internationale und multikulturelle Kirche einen einenden Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben. Das Verbindende in Jesus Christus sei eine starke Kraft, die auch Vorurteile überwinden könne. Jede EmK-Gemeinde in Deutschland, so die scheidende Bischöfin, könne daran mitwirken, indem sie »den Mut haben, Gräben zu überwinden und zusammenzuführen, was getrennt war.« Dazu sei es nötig, Koalitionen zu bilden, »um das zu stärken, was dem Leben dient und Zukunft eröffnet«.

Während ihrer Tagung hat die Zentralkonferenz eine neue Grundform des Gottesdienstes beschlossen. Mit den vier Teilen – ankommen, hören, teilen und weitergehen – sollen unsere Gemeinden ermutigt werden, sich mehr mit dem Gottesdienst auseinanderzusetzen, um den Gottesdienst bewusster feiern zu können. Neu ist die Abfolge des Mittelteils des Gottesdienstes, in dem mit »hören« zunächst Schriftlesungen und Predigt im Mittelpunkt stehen. Im darauffolgenden, mit »teilen« überschriebenen Gottesdienstteil steht die Gemeinschaft der Gottesdienst feiernden Gemeinde im Fokus. Neben persönlichen Mitteilungen und Bekanntgaben ist dort auch die Feier des Abendmahls verortet, das damit noch bewusster als Gemeinschaft stiftendes Sakrament erlebbar werden soll.

Von der Zentralkonferenz wurde ein Plan verabschiedet, mit dem die künftige Struktur der EmK in Deutschland entworfen werden soll. Anders als vom Kirchenvorstand vorgeschlagen, sollen die Kommissionen ihre Arbeit nicht ruhen lassen, sondern selbst darüber entscheiden. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Bischof, den Konferenzlaienführern, drei Superintendenten, Jugenddelegierten und vier vom Netzwerk bestimmten Personen, soll dazu konkrete Vorschläge erarbeiten. Das Ziel müsse sein, Gemeinden in ihrem Auftrag zu fördern und die Erkennbarkeit der EmK in Deutschland zu stärken. Dazu soll auch erörtert werden, ob die EmK in Deutschland eine einzige Jährliche Konferenz bilden könne statt der bisherigen drei.

Außerdem verabschiedete die Zentralkonferenz eine an die Bundesregierung gerichtete Resolution, die die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan kritisiert, sowie ein an die Gemeinden der EmK gerichtetes Friedenswort. Dabei soll Frieden als »Einheit von Fragen der Gerechtigkeit, des friedvollen Zusammenlebens und der Schöpfungsbewahrung« verstanden werden. Angesichts von immer mehr Gewaltexzessen, einer wachsenden Zahl militärischer Konflikte und einer weltweiten Aufrüstung sei die Kirche herausgefordert, »Stellung zu beziehen und Gottes Willen für die Welt neu in den Blick zu nehmen«. Viel besser als mit dem deutschen Wort »Frieden« sei das mit »Schalom«, dem »Heilsein, Wohlergehen, In-Ordnung-Sein« der Gesellschaft als Ganzes zu beschreiben.

Wir wollen Gott um seinen Segen und seine Leitung unserer Kirche in den kommenden Jahren bitten – und das gilt natürlich auch insbesondere für unsere Ortsgemeinden und unsere Gemeinde Neuschoo.

Sebastian D. Lübben

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