Impuls Oktober/November 2018

image004Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefs,

Erntedank ist ein schönes Fest. Wir sehen die Farben der Früchte. Wir riechen, wie es duftet. Nach dem Sommer hat der Herbst begonnen. Zeit der Ernte und des Dankes. Dank für Blumen und Früchte, Dank für die Ernte. Reicht es, wenn wir einmal im Jahr am Erntedankfest Gott danken für alles, was unser Leben ausmacht? Sicher nicht. Martin Luther erinnert uns daran, dass zum „täglichen Brot“ mehr gehört als nur genug an Nahrung. Essen, Trinken, Klei-dung, Wärme, Freunde, Familie, Arbeit, all das ist auch „tägliches Brot“.
Wir sprechen vor dem Essen ein Tischgebet. Das ist mehr als ein Ritual. Wir danken für Menschen, die uns durch ihr Dasein, ihr Reden und Tun wichtig sind und uns gut tun. Wir danken für das Leben, für gute Erfahrungen, für Bewahrungen und Führungen, für Nahrung, Gesundheit und für die Dinge des Lebens. Das sprechen wir in dem kurzen Tischgebet nicht aus. Aber es steckt hinter unserem Gebet. Macht es eigentlich Sinn, in un-serer Zeit Erntedank zu feiern? Die meisten von uns säen nicht und ernten nicht. Wir leben nicht mehr mit und von der Landwirtschaft. Unsere Gärten sind oft keine Gemüsegärten mehr. Auch da ernten wir kaum. Wir kaufen vielmehr im Supermarkt, was für das Leben nötig ist. Und wir zahlen mit Geld, das wir vorher verdient haben.

Vielleicht ist den Menschen früherer Generationen viel bewusster geworden, dass wir Menschen von dem leben, was auf den Feldern wächst. Vielleicht denken wir heute, wir hätten uns doch verdient, was wir zum Leben brauchen.
Erntedank rückt in unser Denken, dass Gott der Schöpfer und Geber ist. Er gibt das ganze Leben und alle Dinge des Lebens. Er lässt Frucht wachsen, damit wir genug zum Leben haben. Frucht können wir nicht ma-chen, sie wird uns geschenkt. Erntedank zu feiern ist darum immer ein Start, damit wir das Danken wieder lernen. Und dieser Dank kann nicht nur die Lebensmittel umfassen. Dazu gehören unser letzter Ur-laub, das Auto, mit dem wir unterwegs sind, das Haus, in dem wir wohnen, die Menschen, die uns nahe sind.
Wenn wir danken, begreifen wir, wie reich wir eigentlich sind. Gegen alles Klagen sind wir im Vergleich mit manchen Menschen im eigenen Land und erst recht mit vielen Menschen in der Welt unermesslich reich. Wer danken kann, weiß, dass wir das Leben nicht verdient haben, es uns nicht selbst erworben und erarbeitet haben. Es ist ein Geschenk. Darum ist es wichtig, Erntedank zu feiern. Darum ist es wichtig, an jedem Tag zu danken.

In Psalm 104, 27-28 heißt es: Mensch und Tier halten Aus-schau nach dir. Du gibst ihnen Nahrung zur richtigen Zeit. Du streust sie aus, sie sammeln auf. Du öffnest deine Hand, sie essen sich satt an deinen guten Gaben. Wenn Gott seine Hand öffnet, gibt es genug zum Leben. Gott lässt wachsen, was wir brauchen. Darum müssen wir Men-schen verantwortlich mit Gottes Schöpfung umgehen. Und unsere Hand öffnen, damit das Le-ben für alle möglich ist. Psalm 104 beginnt und endet mit einem kurzen Satz, der wie eine Klammer den ganzen Psalm umrahmt: Lobe den Herrn, meine Seele! Das wollen wir mit unserem Erntedankfest tun: Gott danken und ihn loben!

Gottes Segen wünsche ich allen für diese Zeit.

Pastor i.R. Andreas Fellenberg

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