Ostfrieslands Pastoren

image019Zum Buch:

„Ostfrieslands leidenschaftliche Pastoren“ stellt auf lebendige Weise die gewissenhaft recherchierten Lebensbilder von sieben markanten ostfriesischen Pastoren vor, deren Wirken (nicht nur) für die ostfriesische Kirchengeschichte von großer Bedeutung gewesen ist: Hans Bruns und Remmer Janßen (beide ev.-lutherisch), Gerrit Herlyn, Heinrich Oltmann und Carl Octavius Voget (alle ev.-reformiert), den „methodistischen Friesenapostel“ Franz Klüsner sowie den baptistischen „Theologen im Bauernrock“ Harm Willms. Gleichzeitig liefert das Buch auch einen kirchengeschichtlichen Beitrag zu den christlichen Erweckungsbewegungen in Ostfriesland des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zum Verhalten ostfriesischer Pastoren im Dritten Reich. Abgerundet wird der Band durch eine kleine Studie über den frommen Background der bekannten ostfriesischen Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes: „Wilhelmine Siefkes – Mennonitin und Sozialdemokratin“.

Zum Autor:

Matthias Hilbert ist Lehrer i. R. mit Vokation in Evangelischer Religion. Er wohnt in Gladbeck und ist selber Pastorensohn. Sein Abitur hat er auf dem Ubbo-Emmius-Gymnasium in Leer/Ostfr. gemacht. Folgende Bücher sind bisher von ihm erschienen: „Hermann Hesse und sein Elternhaus – Zwischen Rebellion und Lieber“ (Calwer Verlag) sowie „Fromme Eltern – unfromme Kinder? Lebensgeschichten großer Zweifler“ (chrismon). Außerdem ist er Verfasser zahlreicher Artikel in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften. Seine Themen handeln von Hermann Hesse sowie den sogenannten „christlichen Dichtern“ des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch von bekannten christlichen Persönlichkeiten.

Auszug aus dem Kapitel „Franz Klüsner – der ‚methodistische Friesenapostel‘“:
Auch in Esens ist man aktiv. Hier beginnt Franz Klüsner seit dem Winter 1871/72 regelmäßig evangelistische Versammlungen in einer Turnhalle durchzuführen, die am Ende von 600 bis 700 Personen besucht werden. Bereits 1872 kommt es in diesem kleinen Städtchen des Harlingerlandes zur Gemeindegründung und der Errichtung einer eigenen Kapelle. Und auch in Esens macht sich der Methodistenprediger mit seiner Verkündigung nicht nur Freunde. Als er einmal ins Nachbardorf Holtgast unterwegs war, lauerten ihm (ähnlich wie auch Remmer Janßen es einmal erlebte) drei Männer auf, um mit ihren Knüppeln auf ihn einzuschlagen. Als sie den Gottesmann nun kommen sehen, werden sie gewahr dass eine imposant aussehende Person neben ihm einhergeht. Die Männer sind wie erstarrt. Als Klüsner einige hundert Meter an ihnen vorübergegangen ist, wagen sie sich aus ihrem Versteck hervor. Um zu erfahren, wer jene geheimnisvolle Begleitperson ist, gehen sie Klüsner nach und sehen ihn zu ihrer Verblüffung allein das Haus betreten, in dem er vorhat zu predigen. Nur wenig später bekehrte sich der Anführer jener drei „Verschwörer“. Er hatte wohl erfahren, dass Klüsner nichts von einem Mann wusste, der ihn begleitet haben sollte. Solche offensichtlichen Gottesbewahrungen erfuhr Klüsner mehrmals in seinem Leben.
Franz Klüsner hat im Verlauf seines Dienstes als Prediger viele Gemeinden mit ihren Außenstationen betreut. (…) 1884 übernahm er dann die Methodistengemeinde in Bremen und wurde ein Jahr später zusätzlich zum Vorsteher des Bremer Dis-trikts ernannt. 1886 zog er wieder nach Oldenburg, um von hier aus hauptamtlich den Distrikt zu bereisen. Immer wieder half er auch bei Evangelisationsversammlungen aus. Als in Wilhelmshaven-Rüstringen die dortige Gemeinde so zunahm, dass ein eigener Kapellenbau unabdingbar war, erklärte sich Klüsner bereit, die Kosten zu übernehmen. Bei einer Amerikareise, auf der er ausgewanderte ostfriesische Methodisten und deren Gemeinden besuchte, konnte er viele Geldspenden für das Bauprojekt in der Stadt am Jadebusen einsammeln. Als seine Amtszeit als Distriktvorsteher abgelaufen war, diente er erneut der Gemeinde Oldenburg als Prediger (1891-1897).

Die Tätigkeit Klüsners in Ostfriesland schuf nicht nur die Grundlagen für die Ausbreitung und Etablierung des Methodismus in diesem nordwestlichen Landstrich Deutschlands, sondern trug auch mit dazu bei, dass die Methodistische Kirche hier durch seinen rastlosen Einsatz und sein evangelistisches Charisma eine regelrechte Blütezeit erlebte. Sein Drang, Menschen für Jesus Christus zu gewinnen war so intensiv und opferbereit, dass eine Frau einmal meinte: „Man muss sich ja aus Erbarmen mit dem Mann bekehren, wenn man sieht, wie er sich abarbeitet für die Seelen, und wie er im Gebet um sie ringt.“

Kontakt

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26487 Neuschoo

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