Angedacht - Dezember/Januar

Liebe Leserin, lieber Leser,
welch eine Herausforderung kommt da mit dem Vers auf uns zu, der zur Jahreslosung für das nächste Jahr ausgewählt worden ist! „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9, 24) Ohne Zusammenhang lässt sich dieses Wort womöglich sogar „einfach“ so dahinsagen. „Jesus, hilf mir! Obwohl ich doch weiß, dass ich glaube, weiß ich auch um all die Dinge, in denen ich Dir noch nicht vertraue.“, so könnte man reden.

Aber lese ich den Zusammenhang, aus dem dieser Text stammt, bekomme ich Beklemmungen. Ein Vater schreit diese Worte! Er steht nicht einfach seelenruhig vor Jesus wie wir es oft tun, sondern er ist in tiefster Not.

Seit der Geburt seines Sohnes muss er beobachten, dass unerklärliche Dinge mit seinem Sohn geschehen. Heute würden wir von Epilepsie sprechen. Aber für die Menschen zur Zeit Jesu waren unerklärliche Phänomene entweder von Gott oder von einem Dämon gewirkt. Und dieser Vater hat schon die Jünger gebeten, seinem Sohn zu helfen.Aber sie konnten es nicht. – Und nun sagt er zu Jesus: „Wenn du aber etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!“ Jesus war vorher schon etwas unwirsch und verärgert, dass seinen Jünger eine Heilung nicht gelungen war. Und so fällt seine Antwort an den Vater etwas harsch aus. „Du sagst: Wenn du kannst! Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt.“ Und auf diese Herausforderung hin, die auch als Zurechtweisung empfunden werden kann, schreit der Vater diese Worte: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Ein Vater, der in großer Not ist; ein Mensch, der in Sorge um einen anderen ist; er weiß sich nicht anders zu helfen, als zu Jesus zu schreien, er möge helfen. – Dieses Wort als Jahreslosung. Es wird uns wohl noch einige Wochen begleiten. Wenden wir uns an Jesus mit den Sorgen und Nöten, die uns bewegen? Schreien wir wirklich vor ihm und sagen ihm all unsern Schmerz? Welche Kraft und welches Vertrauen stecken darin, so wie dieser Vater mit Jesus verbunden zu sein!

Der Herausforderung, die in dieser Geschichte steckt, sollten wir uns stellen! Wir werden erleben, dass Gott in seiner Treue immer zu uns steht. Aber wir müssen uns ihm auch anvertrauen, damit ER handeln kann. Im Januar wird uns als Monatsspruch dies Wort aus dem 1. Korintherbrief begleiten: „Gott ist treu.“ (1. Korinther 1, 9) Gott in seiner Treue hört unser Rufen. Mit dieser Zuversicht können wir uns herausfordern lassen, von Worten, in denen es noch viel zu entdecken gibt!

Eine gesegnete Advents und Weihnachtszeit mit vielen Entdeckungen und tröstenden Erfahrungen wünscht

Eure/ Ihre
Bärbel Krohn-Blaschke

 

Angedacht - Oktober/November

Liebe Leserin, lieber Leser,

eigentlich ist es ziemlich heikel, über Geld zu reden. Aber einer der ersten Witze, der mir von einem Methodisten erzählt worden ist, hatte mit Geld zu tun. So habe ich gelernt, dass es bei den Methodisten sehr wohl üblich ist, davon zu sprechen, dass die Gemeinde von Spenden lebt und die ganze Kirche für die Personal- und andere Kosten eine Umlage von jeder Gemeinde erbittet. So weiß man von John Wesley, dass er seinen Gemeindegliedern empfahl, „so viel wie nötig zu sparen“ und „so viel wie möglich zu geben“. Die Worte „nötig“ und „möglich“ machen deutlich, dass John Wesley dabei nicht das eigene Beurteilen meinte, sondern dass er selbstverständlich voraussetzte, dass die Gemeindeglieder Jesus fragen, wie sie ihr Geld einsetzen sollten.

Im Buch Tobit, einem späten Buch, weshalb es zu den Apokryphen gezählt wird, finden wir als Monatsspruch für Oktober einen Vers mit ähnlichem Inhalt: Wie es dir möglich ist: Aus dem Vollen schöpfend – gib davon Almosen! Wenn dir wenig möglich ist, fürchte dich nicht, aus dem Wenigen Almosen zu geben! (Tobit 4,8) Hier spricht Tobit zu seinem Sohn Tobias.
Wie leicht fällt es uns, von dem, was wir haben, zu geben? Fällt uns zunächst ein, wofür wir unser Geld lieber selber verwenden wollen? – Hausbau, sparen, Kinder, neues Auto, Urlaub? Meine Erfahrung ist folgende: Jedes Mal, wenn ich um eine besondere Gabe gebeten werde und manchmal sogar widerwillig und zögernd gegeben habe, füllt Gott mir wieder die Hände. Das ist eine wirklich er staunliche Beobachtung, die ich von manchen Christen höre: Wenn sie geben, wie sie gerade die Ahnung haben, dass Gott es ihnen sagt, erfahren sie, dass ER ihnen auch wieder die Hände füllt.

Ich hatte einmal das Versprechen gegeben, bei einer Jugendveranstaltung einen Betrag zu geben. Im nächsten Moment erinnerte ich mich an das Laptop, das ich eigentlich dringend brauchte. Aber gesagt ist gesagt. Am folgenden Sonntag kam ein Gemeindeglied mit einem Umschlag auf mich zu und sagte, er habe schon vor 10 Tagen nachts den Eindruck gehabt, er solle mir einen bestimmten Betrag geben. – Es war genau der Betrag, den ich zugesagt hatte! Und er selber berichtete mir eine Zeit später, dass er bei einer Reparatur, die an seinem Wagen fällig wurde ein paar Tage später, nichts bezahlen musste, weil der Mechaniker sagte, er hätte schon so viel Hilfe von diesem Mann bekommen, diese Reparatur sei gratis.
Auch von Wenigem sich von Gott zeigen lassen, was wir einem anderen geben können, ist eine große Herausforderung! Und dennoch lädt uns Gott dazu ein, auf ihn zu hören und nach seinem Wunsch von dem zu geben, was ER uns anvertraut hat.

Denn letztendlich ist eben doch Alles, was wir haben, hergekommen von Gott. So singen wir es ja auch in dem Erntedanklied „Wir pflügen und wir streuen“. Meinen wir es ernst, wenn wir dies singen? Können wir Gott in all dem sehen, was wir haben? Oder sehen wir mehr unsere eigene Schufterei, der wir zu verdanken haben, was wir haben? Es ist Beides! Dankbar gegenüber Gott und aus dieser Dankbarkeit zu geben – das führt uns zu einem erfüllten Leben, weil wir erleben, dass wir immer genug haben.

Herzliche Grüße
Bärbel Krohn-Blaschke

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